Historische Briefe

Nachrichten aus Breckerfeld in den Briefen der Familie Hoppe 1830 - 1850 die aus dem Nachlass des Heimatforschers Dr. Otto Harsch stammen.


Straßenbahn 1927

Straßenbahn 1927

0 7 . 0 2 . 1 8 3 1 

(Friedrich H. jun. an Friedrich H. sen. )
"Wir haben heute und morgen 2 rechte Feiertage, weil der Herr Rector nach Rade zum Geburtstage seines Schwiegervaters gegangen ist, u. daher die Schule ausgesetzt hat. Wir tun uns auch recht was zu gute am Schach spielen, welches unser größtes Vergnügen ist....Im Anfang ging es zwar so gut es konnte, aber da uns der Rector noch ein paar Stunden darin gegeben hat, so gehts jetzt schon besser...Die französische Stunde von 11 - 12 habe ich meistenteils alleine. ..Wir übersetzen in derselben den Telemach; ich lese das Franz. mit den Augen und sage es gleich auf Deutsch."


0 6 . 1 0 . 1 8 3 3 

( Friedrich H. jun. aus Boulay an die Eltern )
Der Madm. Somborn hat es bei uns sehr gut gefallen, die Stadt Breckerfeld an sich aber desto schlechter, u. sehr oft hat sie gsagt, Oh le vilain Breckerfeld a chaque pas il faut craidre de tomer dans un furnier!"


Baustelle Glörtalsperre

Baustelle Glörtalsperre

1 4 . 0 3 . 1 8 3 4 

( Louise H. an Friedrich H. jun. in Boulay )
.......Bei unserem Nachbarn Hinnenberg wurde gestern ein Kind geboren, welches die Kräsche gleich nach der Geburt nackend in einen Eimer mit heißem Wasser hat fallen lassen. Das Kind ist über und über verbrannt und liegt im Sterben. Schrecklich für die Mutter. Urmacher Schmirmbach seine Frau ist auch gestorben. Die Leute erkranken hier sehr viel, vielleicht eine Folge des nassen Winters."


0 9 . 0 9 . 1 8 4 3 

(Friedrich H. sen. an Sohn Theodor H. in Iserlohn)
"Die Mengen Ratten, die wir noch immer haben - sie fressen uns die beyden Stuben durch die Dielen - hat mich bestimmt, wieder einen Hund anzuschaffen....Übrigens ist es hier eine gesunde Zeit und ich glaube dass die 3 Doctoren sehr klagen...Es gibt hier eine Menge Birnen, und Tag und Nacht werden wir bestohlen. Noch die vorige Nacht um 1/2 12 habe ich die Diebe verjagt.


Postkutsche 1922

Postkutsche 1922

1 8 . 1 2 . 1 8 4 3 

( Friedrich H. sen. an Sohn Theodor in Iserlohn)
Du kannst des Abends nach 6 Uhr nicht zu Fuß von Hagen hierher kommen, auch das Nachtfahren ist sehr unangenehm - deshalb beibe die Nacht in Hagen und komme den Sonntag Morgen mit dem Postwagen."


0 2 . 0 3 . 1 8 4 4 

((Friedrich H. sen. an Sohn Theodor H. in Iserlohn)
Die Städteverordnung ist hier nunmehr eingeführt, der Bürgermeister jetzt Amtmann und ich Kreis - Stadt - Amts - Beyge - und Verordneter.


Bürgerhaus 1907

Bürgerhaus 1907

3 1 . 0 3 . 1 8 4 4 

((Friedrich H. sen. an Sohn Theodor H. in Iserlohn)
Wir wollen hier annehmen Du reisest des Morgens früh ab, und es sey gutes Wetter. Wir kommen Dir dann eine Strecke entgegen. Ist es schlechtes Wetter, so nimm Dir in Hagen einen Honorar-Einspänner".


2 3 . 0 4 . 1 8 4 4 

(Friedrich H. sen. an Sohn Theodor H. in Iserlohn)
"Unsere Rückfahrt von Hagen war der Deinigen ziemlich ähnlich..unangenehm..Das furchtbare Gewitter überraschte uns gegen den Neuenloh. Es war so dunkel, dass der Postillon absteigen und die Pferde am Zügel nehmen mußte und wir sogar auf der Königsheide einen Boten mit Laterne mitnahmen.....Unser Hauptspaziergang ist jetzt nach dem Ziegelfelde auf der Vogelruthe. Es sind Arbeiter aus der Gegend von Lüttich da, womit man sich in französisch unterhalten kann. Die Bande besteht aus 16 Köpfen incl. der Kinder, die des Nachts alle in einer Hütte campiren".


Ehrenmal 1870/71

Ehrenmal 1870/71

2 0 . 0 1 . 1 8 4 6 

(Friedrich H. sen. an Tochter Emma H. in Neuwied)
So eben sehe ich in der Elberfelder Zeitung das Unglück angezeigt, welches neuerdings unsere arme Stadt betroffen hat, u. da H. alle Tage diese Zeitung lieset, so will ich Dich mit dem Hergang bekannt machen, damit Du nicht in unnötige Sorge kommst - Vorgestern - Mittwoch Morgen um 7.oo Uhr stand ich vor der Thür bei Rübels Haus, als ich durch den fürchterlichen Rauch mich überzeugte, dass wieder Feuer ausgebrochen sey. Bei dem Ofenschmied Knipping war es angegangen. Dieses Haus so wie vom Schreiber Knipping, Flüshöh, Doktor Saalmann, Tabakfabrikant Schmidt, Effey, Samuray, Färber Effey, Friedr. Prinz, Isken, Nik. Casp. Prinz, Neuhaus, Schlösser, Ww Schulte, Allefeld u.Gebr. Egen sind total u. Gerber Kramer zum Theil abgebrannt. Bürgermeisters hatten alles ausgepackt und haben viel Angst ausgestanden, doch sind sie Gottlob verschont geblieben. Der alte H. Leidheuser ist durch einen niedergefallenen Schornstein etwas am Bein bechädigt. Ein Knecht von Berghaus durch den nehmlichen Schornstein mehr, u. fürchtet man noch für des Letzteren Leben".


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